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Wasserhärte
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Brunnenbau zu Odderade

Neue Bohrungen sollen Trinkwasserversorgung in Dithmarschen sichern

Von Marc Thaden
Odderade – Auf dem Gelände des Wasserwerks brummen die Baumaschinen: Um die Trinkwasserversorgung langfristig zu sichern, lässt der Wasserverband Süderdithmarschen sechs neue Brunnen bohren.

Derzeit befinden sich neun Gewinnungsbrunnen in Odderade. Sechs davon müssen erneuert werden, wie Untersuchungen Anfang vergangenen Jahres ergeben haben. „Die Brunnen stammen aus den 1960er-Jahren und haben ihre Lebensdauer erreicht“, so Henning Stahl, Geschäftsführer des Wasserverbands Süderdithmarschen. So können beispielsweise die alten Filter aus Kunstharzpressholz nicht mehr regeneriert werden. Darum sollen in den kommenden drei Jahren neue Brunnen unmittelbar neben die alten gebaut werden, um die Grundwasserschicht weiter anzapfen zu können.

Rund 1,2 Millionen Euro investiert der Wasserverband in die Sanierungsmaßnahme. Um die Kosten möglichst niedrig zu halten und ein gutes Angebot zu bekommen, habe man sich dazu entschlossen, die Gesamtmaßnahme von sechs Bohrungen auszuschreiben, wie Stahl erläutert.
Brunnen
Seit dieser Woche wird in Odderade gebohrt. Dabei wird zunächst mit einer Aufschlussbohrung der Standort überprüft. Diese Bohrung hat einen Durchmesser von 240 Millimetern und wird an jedem Standort etwa zwei Wochen dauern. Mit einem Bohrkern werden Proben aus den unterschiedlichen

Bodenschichten entnommen und anschließend im Labor untersucht. „Der Nutzungshorizont beginnt bei 80 Metern und reicht bis 120 Meter Tiefe“, erläutert Dr. Christian Liebau von der Firma Geosystem aus Kiel.
Die Mischproben, die aus jedem Meter Tiefe mit dem Bohrkern ans Tageslicht geholt werden, liegen bis zum Abtransport als Fladen neben der Baustelle. Geologe Liebau kann anhand der Proben erkennen, wo der Sand der Grundwasserschicht beginnt. Erst nach einer Korngrößenanalyse im Labor wird der weitere Ausbau der Brunnen genau festgelegt.

Die eigentliche Brunnenbohrung wird einen Durchmesser von 600 bis 700 Millimeter haben und in eine Tiefe von 110 bis 120 Meter reichen.
Die Arbeiten am Odderader Wasserwerk werden von der Firma Ivers Brunnenbau aus Osterrönfeld durchgeführt.

Die erste Brunnenbohrung ist auch für Bauleiter Daniel Ivers eine besondere: Im Zuge der Maßnahme absolviert er seine Prüfung zum Brunnenbau- Meister. Bei der Arbeit an seinem Meisterbrunnen wird er von einem dreiköpfigen Team unterstützt.
Die neuen Brunnenrohre werden laut Geschäftsführer Stahl aus hochverdichtetem PVC bestehen und eine Gesamtlänge von etwa 85 Metern haben.
Jeder Brunnen wird oberirdisch durch ein kleines Wartungshäuschen abgeschlossen. – Wenn ein neu gebauter Brunnen seine Arbeit aufgenommen hat, wird der alte stillgelegt und verfüllt. Danach wird der nächste Neubau in Angriff genommen. Auf diese Weise sollen pro Jahr zwei alte Brunnen durch neue ersetzt werden.

Aus den neuen Brunnen sollen jede Stunde bis zu 150 Kubikmeter Grundwasser gefördert werden.
Brunnen
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