Neuer Brunnen
Trinkwasserversorgung langfristig gesichert!
Zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Süderdithmarschen wurde im Frühjahr 2009 auf dem Gelände des Wasserwerkes in Odderade ein neuer Brunnen angelegt.
Langfristige Planung ist bei der Versorgung mit Trinkwaser oberstes Gebot. Beim Bau des Brunnens ging es allein um die technische Sicherstellung der Versorgung mit Trinkwasser. Manche älteren Brunnen, die z.T. noch aus der Zeit der Verbandsgründung vor 50 Jahren stammen, zeigten die ersten Alterserscheinungen, wie Korrosion an den Rohren oder zugesetzte Filter. Brunnen, die nicht mehr reparabel sind müssen dann ersetzt werden.
Der Grundwasserträger, der "angezapft " wurde ist derselbe, aus dem auch andere Brunnen ihr Wasser beziehen. Auch die Wassermenge, die der Verband den Verbrauchern zur Verfügung stellt bleibt dadurch unverändert. Seit Fertigstellung der zenztralen Wasserversorgung in Süderdithmarschen ist der Verbrauch konstant geblieben. Die Wassermenge, die das Werk in Odderade jährlich an Privathaushalte und Gewerbe liefert, pendelt seit 1982 um 6 Millionen Kubikmeter. Die Grundwasservorräte würden eine Fördermenge von 7,8 Milionen Kubikmetern zulassen. Der konstant niedriegere Verbrauch zeigt, dass wir uns um die Wasserversorgung keine Sorgen machen brauchen. Auch die Qualität des Trinkwassers ist unverändert hoch. Wir haben das Glück, uns in Schleswig-Holstein mit Grundwasser versorgen zu können, das mindestens 50 Jahre gößtenteils aber sehr viel älter ist und weitgehend unbelastet durch Fremdstoffe aus Industrie und Landwirtschaft ein hervorragendes Nahrungsmittel darstellt (siehe Wasseranalyse).
Der neue Brunnen reicht in eine Tiefe von 115 m. Gebohrt wurde im Lufthebe-Bohrverfahren. Zunächst wurde in einer Aufschlussbohrung (siehe Bild)
mit kleinem Durchmesser der gewählte Standort überprüft und anschließend die eigentliche Brunnenbohrung durchgeführt.
Die neuen Brunnenrohre bestehen aus hochverdichtetem PVC und haben eine Gesamtlänge von 85m. Im Grundwasserträger ist eine Filterstrecke aus Edelstahl von 30m Länge eingebaut. Das Grundwasser kann in diesem Bereich durch Schlitze in das Brunnenrohr strömen. Eine künstliche Kiesschicht als Ummantelung verhindert, dass Sand aus der Grundwasserschicht in den Brunnen gelangt. Von dort wird es über eine Unterwasserpumpe in die Leitung zum Wasserwerk gefördert. Seit Juni diesen Jahres kann der Brunnen 150 Kubikmeter Wasser pro Stunde fördern.
Der Wasserverband Süderdithmarschen investierte 200.000 € in die Anlage des neuen Brunnens.
Lufthebe-Bohrverfahren
Das Lufthebebohrverfahren ist eine indirekte Spülbohrung. Dabei wird das Bohrgut von der Bohrlochsohle angesaugt. Aus einem Becken zulaufendes Wasser steigt mit dem Bohrgut hoch und wird durch den Austragsschlauch zurück in das Spülbecken befördert. Das Wasser fließt zurück in das Bohrloch in den Ringraum zwischen Bohrlochwandung und Bohrgetänge, wo es erneut durch den Bohrkopf aufsteigt. Oberhalb des Bohrkopfes ist ein Kompressor an das Bohrgestänge angeschlossen. Die Kompressorluft vermischt sich mit der Wassersäule und saugt das gelöste Bohrgut nach oben.